Artemide


Refektorium Ambrosiano – Die Rolle des Lichts

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Und Gott sprach: «Es werde Licht» (Gen 1,3)! Das erste Wort Gottes erschuf das Licht, beseitigte die Dunkelheit, hielt die Trostlosigkeit fern, hellte den Kosmos auf und versah alles mit etwas angenehmen und erfreulichen. Es erschien der Himmel, der vorher in der Dunkelheit versteckt war; es erschien die Schönheit, ausgesprochen groß, wie die Augen auch in diesem Moment bezeugen können […] […] Welches Lob können wir nie aussprechen, das dem Licht gebührt, seit der Schöpfer es von Anfang an selbst als schön empfunden hat? ” Hl. Augustinus, Der Gottesstaat, 11,21-22 Artemide beteiligt sich am Projekt des Refektorium Ambrosiano und beleuchtet es mit seinem Licht. Ein dezentes, aber maßgebendes Licht macht den architektonischen Raum zum Ort der Gemeinschaft, der Begegnung, des Austauschs, der Beziehung und der gegenseitigen Bildung. Das Refektorium Ambrosiano empfängt Menschen, um sie körperlich, intellektuell und spirituell durch die Schönheit des Ortes und seinem materiellen als auch immateriellen Inhalt zu nähren. Speisen, Kunstwerke, Menschen, Beziehungen, Stimmungen und Lebenssituationen sind kleine Fragmente der Menschheit, die dieser Ort enthält, der vom Licht stimuliert und unterstützt wird. In diesem architektonischen Raum leistet das natürliche Licht zu den verschiedenen Tageszeiten einen wichtigen Beitrag und die künstliche Beleuchtung wird als diskret und perfekt integriert wahrgenommen, wie auch ausdrucksvoll und im Einklang mit dem Ambiente. Sie begleitet die Sinfonie des Lichts und interagiert mit dem natürlichen Rhythmus, mit dem Verhalten der Anwesenden und unterstützt, wenn das Tageslicht schwindet. Das Projekt basiert auf drei Ebenen, die den drei Stufen der Raumwahrnehmung entsprechen: – dem Eingang – der Kantine – dem perimetrischen Raum der Kantine. Um die spirituelle Bedeutung des Ortes aufzuzeigen wird am Eingang ein breites Fenster zur Ostfassade durch den Meister Mimmo Paladino neu interpretiert und verweist auf die gotischen Kathedralen des Lichttempels. Im Zusammenspiel mit dem natürlichen/künstlichen Licht zu einer bestimmten Tageszeit, erzeugen die Farben des Glases wundervolle Lichtreflexe, die den Eingangsbereich mit Farbe versehen. Der Treffpunkt mit der Sonne zu einer genauen Tageszeit ändert sich im Laufe des Jahres langsam und wird zur Metapher der Beziehung. Sie vereint den Menschen mit dem Göttlichen, der Natur und seinem ständigen Kreislauf, in welchem er fester Bestandteil ist. In diesem Empfangsbereich findet das Beleuchtungsprojekt mit präzisen Lichtakzenten Ausdruck. Copernico-Leuchten symbolisieren im Zentrum als leichte und flexible leuchtende Skulpturen diffuses Licht des Empfangs: unter ihnen steht ein Tisch des Austauschs, auf dem die “hausgemachten” Produkte der Frauen des Quartiers präsentiert und getauscht werden. Seitlich zu beiden Seiten betonen die Akzent-Spots Una Pro auf der einen Seite das Werk von Gaetano Pesce als Verweis auf das Taufbecken und auf der anderen Seite den Eingang zum Ofen. In der Kantine betonen die Leuchten Nur über zwölf Tischen (Inseln physischer Nahrung) nicht nur die Territorialität der einzelnen beleuchteten Oasen, sondern nehmen eine Landschaftsfunktion ein. In charakteristischer Glockenform sind je zwei Leuchten auf jedem Tisch versetzt angeordnet und werden zum Symbol eines fast häuslichen Ambientes, der Privatsphäre und der Ruhe. Ein Bereich zur Ausgabe der Lebensmittel vervollständigt die Kantine und wird mit Una Pro 75 beleuchtet, die im Überhang aus Kupfer eingebauten sind und materialistisch auf den großen Backofen in den Küchen verweisen. Die zentrale Halle ist hingegen der Bildung von Schönheit und Pflege gewidmet. An den Wänden beruhigen Kunstwerke Auge und Geist. An der einen Seite setzen Una Pro-Strahler das Freskos von Cucchi in Szene. Sie sind in Form eines “L” angeordnet, beleuchten zugleich das Ambiente und bringen die architektonischen Details der zwei Lünetten an der Wand zur Geltung. Auf der anderen Seite zeigt sich Algoritmo als integriertes, reines Licht in ihrer Immaterialität, beleuchtet die Wand perfekt und zugleich das Ambiente. Außerdem hebt sie einen Durchgang innerhalb der Kantine hervor. Am unteren Ende der Nordseite unterbrechen vier Nieschen mit Verglasungen im Überhang die hölzerne Täfelung wie vier Denkstuben und kennzeichnen die architektonische Fassade. Diese Räume, die teilweise nach außen geöffnet sind, insbesondere zum Hof des Oratoriums charakterisiert ein lineares, perimetrales Licht von warmer Farbtemperatur: Dedalo kennzeichnet die Schwelle zwischen Innen und Außen, breitet sich zugleich in den Nischen aus und wird in den urbanen Bereichen zu Laternen. Neben diesen Räumlichkeiten beleuchtet Artemide auch die technischen Bereiche der Küchen mit Spots der Familie Ego und linear, verstellbaren Elementen der LED-Linie. Hier befindet sich der besondere und künstlerische Kamin aus Kupfer, der mit flachen, verstellbaren Ego-Spots bestrahlt wird. Für die technischen Bereiche, Service-Bereiche und verbindenden Bereiche wurden Dioscuri in verschiedenen Größen von diffusem Licht aus Glas installiert. Aufgrund der zahlreichen kulturellen und künstlerischen Beiträge ist das Refektorium Ambrosiano ein privilegierter Ort, um jede Person über den Weg des Lichts und der Schönheit anzusprechen. Es ist ein Weg, der zum Staunen, Fragen und Kontemplieren einlädt. Die Schönheit wird durch die “Manifestation vom Schatten durch das Licht” erzielt und macht den Ort zur authentischen Brücke und freien Raum, um mit den Männern und Frauen unserer Zeit zusammen zu kommen.

Artemide and Exterior Design magazine await you at the event “Jardins Jardin”
Artemide lights for the Akari-Lisa Ishii and Motoko Ishii’s exhibition "Light Trend 2015 Light & Happiness" as part of the show MAISON & OBJET of Paris.