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Architektur, nachdem er einen Monat im Studio des US-Designers George Nelson gearbeitet hatte.

Nach seiner Rückkehr nach Italien wurde Sottsass Kreativberater für Poltronova, eine Möbelfabrik bei Florenz. 1958 nahm er bei der neu geschaffenen Elektronikabeilung der italienischen Industriegruppe Olivetti eine noch anspruchsvollere Beratungstätigkeit an. Sottsass wurde von Adriano Olivetti, dem Gründer, eingestellt. Er sollte mit dessen Sohn Roberto zusammenarbeiten. Zusammen mit dem Techniker Mario Tchou schufen sie eine Serie von bahnbrechenden Produkten, die technisch innovativ und ästhetisch ansprechend waren, da Sottsass ein Faible für Pop Art und die Beat-Kultur hatte. Für den Elea 9003, den ersten italienischen Computer, erhielten sie 1959 den prestigeträchtigen Compasso d'Oro. Mit der ersten elektrischen Schreibmaschine, der Tekne, in einem eleganten eckigen Sottsass-Koffer, veränderten sie das Schreibmaschinendesign von Grund auf.

In den 1960er Jahren reiste Sottsass immer wieder in die USA und nach Indien. Er blieb dabei eine zentrale Figur der italienischen Avantgarde und entwarf noch mehr wichtige Produkte für Olivetti, bis hin zu der knallroten, poppigen Kunststoffschreibmaschine Valentine von 1970, die er als „Kugelschreiber unter den Schreibmaschinen“ bezeichnete. Sottsass wertete die Valentine zwar später ab als „zu aufdringlich, ein bisschen wie ein Mädchen im sehr kurzen Rock mit zu viel Make-up, aber immer noch als Pop-Ikone“. Seine Möbel waren ebenso einflussreich: ganz besonders die gestreiften Holzkuben-Schränke Superbox aus der Mitte der 1960er Jahre, die er für Poltronova entworfen hatte. 1972 wurden in Italien die mobilen, multifunktionellen Möbel aus Fiberglas bestaunt: The New Domestic Landscape exhibition im MoMA, New York.

Ende der 1970er Jahre arbeitete Sottsass dann mit dem Studio Alchymia zusammen, einer Gruppe von avantgardistischen Möbeldesignern, darunter Alessandro Mendini und Andrea Branzi. Gemeinsam stellten sie 1978 auf der Mailänder Möbelmesse aus. Zwei Jahre später bildete Sottsass, der inzwischen über 60 war, mit Mendini eine eigene, neue Gruppe, Memphis. Ihr gehörten dann auch Branzi und rund 20 weitere Mitarbeiter an, darunter Michele De Lucchi, George Sowden, Matteo Thun und Nathalie du Pasquier.
Memphis verkörperte die Themen, mit denen Sottsass seit seinen „Superboxen“ aus der Mitte der 1960er Jahre experimentierte: leuchtende Farben, kitschige Vorstadtmotive und kostengünstige Materialien wie Kunststofflaminat. Inzwischen waren auch die Massenmedien und die Designkenner auf sie aufmerksam geworden, und Memphis (nach einem Song von Bob Dylan benannt) wurde als die Zukunft des Designs bezeichnet. Für die jungen Designer der Zeit war dies ein intellektueller Befreiungsschlag, der sie von dem trockenen Rationalismus befreite, den man ihnen im Studium vermittelt hatte. Jetzt wagten sie es, lockerer und mit neuen Konzepten zu arbeiten. Die Arbeiten der Memphis-Gruppe wurden in der ganzen Welt gezeigt, bis Sottsass sich Anfang 1985 aus der Gruppe verabschiedete.

Er konzentrierte sich jetzt auf Sottsass Associati, die Architektur- und Design-Gruppe, in der er mit früheren Memphis-Mitgliedern und jüngeren Kollegen zusammenarbeitete, unter anderem mit dem Industriedesigner James Irvine und der Architektin Johanna Grawunder. Sottsass kehrte 1985 auch zur Architektur zurück, als er den Auftrag für das Design einer Reihe von Läden für Esprit erhielt.
Er entwarf mehrere Privathäuser – darunter eins in Palo Alto für den Industriedesigner David Kelley – und öffentliche Gebäude, insbesondere den Flughafen Malpensa 2000 bei Mailand. Sotsass Associati waren auch schon für Apple, NTT, Philips und Siemens tätig, während Sottsass selbst sich seinen handwerklichen Projekten in Glas und Keramik widmete. Ettore Sottsass, der in Italien als Nestor des Designs des späten 20. Jahrhunderts verehrt wird, ist auch immer noch ein Vorbild für junge ausländische Designer, wie z. B. Ronan und Erwan Bouroullec. Sie bewundern sowohl die Vielfalt als auch die Qualität seiner Arbeit.

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Callimaco

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